»VERY BRITISH« - Streicherkonzert
»Sommernachtsträume 2026«
Montag, 06. Juli 2026 | 19:30 Uhr
Alt St. Thomä-Kirche/ Schiefer Turm | 59494 Soest
Die Streicherdozent:innen der Musikschule begeben sich auf die Reise durch verschiedene Länder Europas, um sich am Ende alle gemeinsam in Großbritannien zu treffen. Werke von Klaus Schneider, Georg Philipp Telemann, Jean-Baptiste Barriüre, Béla Bartók, Gustav Holst, John Rutters, Edward Elgar und Karl Jenkins.
Die Streicherdozent:innen der Musikschule begeben sich auf die Reise durch verschiedene Länder Europas, um sich am Ende alle gemeinsam in Großbritannien zu treffen.
Doch zunächst möchte wir musikalisch noch einmal in Dankbarkeit und großer Wertschätzung erinnern an Leo R. Heising mit seinem vielfältigen kreativen Wirken an der Musikschule Soest. Zum Gedenken an Leo Heising hat unser Kollege Klaus Schneider unter dem Eindruck seines Todes im September 2025 einen musikalischen Abschied für Streicherensemble komponiert. Das Werk erlebt hier seine Uraufführung und ist unserem verstorbenen Kollegen und seinem vielseitigen Schaffen gewidmet.
Mit dem äußerst erfolgreichen Komponisten Georg Philipp Telemann startet dann die Reise mitten in Deutschland. Telemanns Konzert C-Dur für vier Violinen gehört zu einer Gruppe von vier Konzerten für diese ungewöhnliche Besetzung. Das Werk zeigt eindrucksvoll Telemanns Erfindungsreichtum im Umgang mit gleichberechtigten Stimmen: Statt eines einzelnen Solisten entsteht ein lebendiger musikalischer Dialog zwischen vier Violinen. So verbinden sich barocke Klarheit, konzertante Virtuosität und kammermusikalische Feinheit auf besonders reizvolle Weise.
Nun überschreiten wir die Grenze und sind in Frankreich. Jean-Baptiste Barriüre war der bedeutendste französische Cellovirtuose seiner Zeit und trug wesentlich dazu bei, dem Violoncello in Frankreich zum Durchbruch zu verhelfen. Die G-Dur-Sonate verbindet französische Eleganz mit italienisch geprägter Virtuosität. In drei kontrastierenden Sätzen entsteht ein klanglich reizvoller Dialog zweier gleichberechtigter Stimmen – vom kantablen Beginn über ein ausdrucksvolles Adagio bis zum brillanten Schlusssatz.
Weiter geht es nach Ungarn, wo Béla Bartók im 20. Jahrhundert neben seiner Komponistentätigkeit auch eine enorme Sammlung von Volksliedern zusammengetragen hat. Bartóks 44 Duos für zwei Violinen gehören zu seinen bekanntesten pädagogisch geprägten Werken. Hinter ihrer knappen Form verbirgt sich jedoch eine erstaunliche Vielfalt: Tanzrhythmen, gesangliche Schlichtheit, Kanontechnik, herbe Dissonanzen und starke Anklänge an die Volksmusik Südosteuropas. Die hier ausgewählten Stücke zeigen die ganze Spannweite dieser Sammlung – von poetischer Miniatur bis zu markant rhythmisierten Tanzsätzen.
Nun überqueren wir gemeinsam den Ärmelkanal und treffen uns in London wieder. Gustav Holsts St Paul's Suite entstand für das Musikleben der St Paul's Girls' School in London, an der der Komponist viele Jahre wirkte. Das Werk gehört heute zu den beliebtesten Stücken für Streichorchester. Besonders reizvoll sind die rhythmische Frische der beiden Ecksätze, das klanglich fein gearbeitete Intermezzo und das berühmte Finale, in dem Holst englische Volkstanzmelodien kunstvoll miteinander verbindet.
Mit Georg Friedrich Händel treffen wir nach der Pause zwar auf einen in Halle a.d. Saale geborenen deutschen Komponisten, der jedoch mit 25 Jahren nach London übersiedelte und dort bis zu seinem Tode erfolgreicher Komponist war. Händels berühmte Passacaglia ist der Schlusssatz seiner Suite Nr. 7 g-Moll, HWV 432 für Tasteninstrument. Über einer gleichbleibenden Bass- und Harmoniefolge entfaltet sich eine Folge kunstvoll variierter Abschnitte. Gerade diese Verbindung aus strenger Form, klanglicher Steigerung und kontrapunktischer Dichte macht das Werk auch in Bearbeitungen für Streicher besonders wirkungsvoll.
John Rutters Suite for Strings greift vier traditionelle englische und schottische Volkslieder auf und verarbeitet sie in farbenreichen, melodisch eingängigen Sätzen für Streichorchester. Der Komponist verbindet volksmusikalische Schlichtheit mit klangvoller, elegant gesetzter Streicherbehandlung. So entsteht eine Suite von großer Frische, Wärme und unmittelbarer Zugänglichkeit.
Die Serenade für Streicher von Edward Elgar hat einen völlig anderen Klangduktus und zählt dagegen zu den poetischsten Werken der englischen Streicherliteratur. In drei knappen Sätzen entfaltet sich ein warmer, gesanglicher Tonfall zwischen Eleganz, Innigkeit und feiner Melancholie. Besonders das zarte Larghetto zeigt Elgars Fähigkeit zu kantabler Linienführung und subtiler Klanggestaltung.
Karl Jenkins' Palladio ist eines der bekanntesten Werke der Gegenwart für Streichorchester. Inspiriert wurde die Komposition von den Proportionen und der architektonischen Klarheit des Renaissance-Baumeisters Andrea Palladio. Das Werk ist als modernes Concerto grosso angelegt und lebt von markanten Rhythmen, kraftvollen Ostinati und einem wirkungsvollen Wechsel von Spannung und Ruhe. Populär geworden ist der 1. Satz dieses Concerto grosso auch, weil er in den 1990er Jahren Teil einer weltweiten Werbekampagne des Diamantenhändlers De-Beers war unter dem Titel: A Diamond is Forever.
Eintritt: 15 € (erm. 8 €) | Familienticket: 32 € | VVK: Musikschule & HellwegTicket
Veranstalter:
Musikschule Soest